Bochum. Die NPD hatte landesweit zu einer Demonstration am 1. Mai aufgerufen. Ca. 100 Nazis von der NPD, Die Rechte und den Freien Kameradschaften versammelten sich. 2500 Menschen stellten sich den Nazis in den Weg, unter ihnen ca. 600–700 aktionswillige Menschen die mehrfach versuchten auf die Route der Nazis zu kommen. Dabei wurden teilweise Rauchtöpfe, sowie Böller und andere Pyrotechnik gezündet.
Die Polizei hatte 1 Wasserwerfer und ca. 800 PolizistInnen im Einsatz. Der WaWe wurde an diesem Tag nicht eingesetzt. Er diente nur zur Provokation und Abschreckung. Mehrfach war er provokativ auf friedliche GegendemonstrantInnen gerichtet. Die Polizei setzte mehrfach Pfefferspray und Schlagstöcke gegen Menschen ein die sich teilweise auch friedlich gegen den Naziaufmarsch stellten.
Auch die vor kurzem zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilte Faschistin Melanie Dittmer aus Bornheim beteiligte sich an der Nazi-Demo und provozierte mehrfach die GegendemonstrantInnen.
Gegen 13 Uhr wurden ca. 150 Menschen in einer U-Bahn festgehalten und massiv bedrängt. Die Polizei ließ die Menschen über eine dreiviertel Stunde dicht gedrängt in einer vollen U-Bahn stehen. Für das Festhalten der Menschen wurden von Seiten der Polizei keine Äußerungen gemacht. Es gab vereinzelt Festnahmen.
Vor und während der Anreise gab es eine Gleisblockade um die Anreise der Nazis zu stören. Auch gegen diese Menschen ging die Polizei mit übertriebener Gewalt vor.
Im Bahnhof wurde gegen die Menschen die vom Gleis abgedrängt wurden massiv Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt.
Ab ca. 15 Uhr gab es einen Kessel mit ca. 200–250 Menschen im sog. Bermudadreieck. Sie wurden über 6 Stunden festgehalten. 90 Menschen aus dem besagten Kessel kamen in die Gesa im Bergbaumuseum. Alle anderen Menschen durften unter Abgabe der Personalien und mit der Bedingung sich fotografieren zu lassen aus dem Kessel. Als Support von ca. 80 friedlichen Menschen den Kessel erreichte, setzte die Polizei wieder auf Eskalation und provozierte verbal und durch ihr auftreten massiv. Laut Polizei wurden 32 Strafanzeigen gestellt.
Vor der Demonstration versuchten Neonazis mehrfach die GegendemonstrantInnen in Seitenstraßen zu provozieren. Für sie ging es eher schlecht aus.
Der Tag ist als Teilerfolg zu werten, da sehr viele Menschen den Nazis zeigten, dass sie in Bochum nicht erwünscht sind. Ein großes Danke geht an die vielen Menschen die teilweise von weit her angereist waren um etwas gegen die Nazis in Bochum zu tun. Unsere Solidarität geht vor allem an die Menschen die verhaftet wurden oder 6 Stunden im Kessel sitzen mussten. Außerdem wünschen wir allen verletzten GenossInnen eine gute Genesung!
Wenn ihr in Bochum dabei wart und Redebedarf habt meldet euch! Wir freuen uns!
1. MAI – NAZIFREI!